Saturday, September 22, 2012

Meine erste Chanele

Genau, nicht Marlene, sondern Chanele:-)
Denn Chanel hat die Hose schon viel früher als Marlene getragen, nämlich in den 20-ern.
Das Bild im Kopf  und vor Augen hatte ich schon seit letztem Herbst.



Leider konnte ich keinen Hund für Fotosession auftreiben:-)
  
Для русскоязычных: информация этого постинга  содержится у меня в теме на сезоне здесь и здесь.

Die meisten haben Chanel in Kleidern und Kostümen im Gedächtnis. Aber Chanel trug auch Hosen.














 
Angefangen habe ich schon letzten Herbst mit der Suche nach dem richtigen Shirt dafür.
Die Schulterlinie  ist recht lang. Es erinnerte mich an die 90-er.
So kam ich auf die Idee mit dem Shirt, das mir vertraut war, das Shirt der russischen Marine.


Und am liebsten wäre mir auch der mir bekannter Schnitt der russischen Spezialeinheit (zu deutsch: Luftlandetruppen oder WDW), den ich schon als 15-jähriges Mädel für mein Leben gerne getragen habe (die Streifen sind deutlich hell blau. Auch die Schulterlinie schien mir passend zu sein.
Ich sitze im Übrigen auf meiner Nähmaschine:-)

















Das Original der heutigen Zeit sieht so aus:


Auf meinen Aufruf bei den Russen hat mir eine Frau den Schnitt vom Original und der kleinsten Größe,die sie hatte, abgenommen.
Das kam dabei raus:

Die erste Anprobe hat dann gezeigt, dass mir das viel zu groß ist. Also habe ich es um Einiges schmaler gemacht.
Dann hat die Suche nach dem richtigen Schnitt für die Hose angefangen. Es ist gar nicht so einfach wie man denkt. Seit den  80-er Jahren gibt es jedes Jahr mindestens 1 "Marlene"-Schnitt, und sie sind alle völlig verschieden.
Ein ungeübtes Auge sieht vielleicht keine Differenzen, doch die gibt es zu genüge. Man kriegt regelrecht die Qual der Wahl zu spüren. Die Hosen, die unter Taillenlinie aufhören, kann man sofort durchstreichen... Sie werden nicht mehr als Vintage-Silhouette  von uns "gelesen"/wahrgenommen.
Also habe ich mich für einen relativ neuen Schnitt entschieden. Leider gab es nur sehr wenig aussagekräftige, nachgenähte Beispiele (eigentlich ein Warnsignal).

Burda Modell 124_10/2011








Ich hatte noch in meinen Vorräten einen 100% Wollcrepe, der mich mehr an ein Moltontuch erinnert (sehr sehr locker sehr schlabberig)
Aber da ich wusste, dass Crepe wunderschön fließt, wollte ich diese Hose unbedingt aus Crepe machen.
Die Hose saß sofort ohne wenn und aber. Aber sie schien mir allgemein unvorteihaft zu sitzen und zu groß unterhalb der Taille zu sein. Mein Gefühl bestätigten dann noch die Fotoaufnahmen.



Besonders schlimm sieht die Hose bei frontalen Aufnahmen aus, sei es von hinten oder von vorne.
Und das obwohl ich proportional zu meiner kleinen Größe sehr lange Beine habe(Normalgröße und nicht Kurzgröße) und eigentlich maximal Größe 36 trage.

















Also... Ich glaube damit kann ich Mythos, dass die "Marlene" schöne lange Beine macht  und jeder Frau steht, entkraften.
Die Analyse hat gezeigt, dass:
-die Hose sehr schmal an der Hüfte sitzen soll
-möglichst auf seitlichen Eingriffe verzichtet werden muss, weil es zusätzliche Breite verleiht
-das ganze Bein deutlich schmaler gemacht werden soll
-absolut bis zum Boden gehen soll

Nachdem mir das klar wurde, habe ich angefangen im Netz nach allen möglichen Varianten der "Marlene" zu suchen.
Die erste Erkenntnis:
"Marlene" steht definitiv nur langbeinigen und extrem dünnen Frauen. Die meisten Fotos von Marlene sind vom Boden aufgenommen und somit vergrössert visuell ihre Beine.
Das sieht man sogar an Marlene selbst. Denn als sie etwas fülliger war, sah sie damit  dicker aus.



Die zweite Erkenntnis:
Wenn man sich dennoch eine nähen will, sollte man auf das Volumen achten. Es soll erst ab der Schrittlinie beginnen und möglichst eng im kompletten Bereich der Hüfte sein.
Wie z.b. bei D&G .

Hier sind einige positive Beispiele:
Burda 119_04/2007
 Burda 103_08/2007

105_08/2008


37 comments:

  1. Юля, обожаю эту выкройку! Не одни брюки сшила уже, но на мне смотрится по другому... Я их с каблуком хотя бы см пять одеваю и щью из тонкой шерсти. А мне понравилось! Может ты просто привыкла к элегантности, а тут немного "хулигана" включила.
    Еще шила тут клеш, погуляла по инету - по той информации, что я нашла "марлен" это скорее клеш от колена, а Шанель - от бедра.

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    1. Лена,
      она меня страшно полнит- это особенно видно на фронтальных фото.
      не должны так выглядеть марлены. в том что я не ошибаюсь-можешь быть абсолютно уберенна, т.к. я неделю назад опубликовала на сезоне и моё мнение не далеко от мнения профессионалок наших девочек. кроме того...я обыскала все всевозможные примеры этих брюк.
      как только ткань рыхлая, как моя- штаны эти смотрятся именно штанами, а не элегантными брюками.
      во всяком случае они абсолютно не подтверждают миф, что марленки делают ноги от ушей- это видно на самой марлене.
      и очень важно как идёт крой и какая ткань.
      именно это брюки хороши из габардина, а не из крепа.
      вообщем, будут искать силуэт- а этими я недовольна совершенно.
      сравних их с ретро симплицити брюк 30-х- они на 4 см шире- это слишком много.
      и карманы в боковых- не хорошо.
      ну это мои домыслы. так что пожалуйста относи это к ИМХО!

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    2. Я не знаю как тебе показать свои фото, у меня были пара на старом форуме,не сохранила я их. Но мои ноги они точно делают длиннее, может от совпадения фигуры и выкройки зависит. И у меня маленькая разница талия-бедра - а эти брюки сразу фигуру "делают" поэтому я их люблю. Но это уже мое.

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    3. Нашла. действительно шикарно!!
      http://193.26.97.186/it/Community/1000002-1578317.html?imgBlogQuery=,foto,tag,10%2F2011_124,96222,bild
      вот у тебя точно исключение!
      какой у тебя рост ещё раз?
      а я вот даже на немецких блогах и сейчас на новом форуме бурды другого вида, чем мой не видела.
      твой очень нравится.
      теперь вопросы:
      какой у тебня размер, какой ты брала, какая ткань и что ты там подгоняла? делала ли карманы?

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  2. Размер беру всегда 38, хотя это странно - у меня талия 77, бедра 92, а по "Бурде" - 70-94. Девочки на ФФ почти всегда ругают выкройки бурдовских брюк, а у меня всегда садится идеально, никогда не подгоняю, казалось бы ведь талия то меньше прилично даже на целых 4 см.. Карманы иногда делаю, иногда нет - зависит от ткани. Не знаю какие ты посмотрела, у меня ссылка не работает. Если черные - они без карманов, шерсть очень тонкая была, карманы некрасиво на такой смотрятся, а на "болотно- зеленых" шерсть плотная - карманы есть. Но на самом деле они мало кому идут на ФФ, очень редко их шьют.
    Шила из крепа тоже он более элегантно сидит, но наш и ваш креп - две большие разницы.

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    1. Считать разучилась - на семь см меньше...

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    2. И да, рост 164.

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    3. у меня талия 67 бёдра 92-95см:-))))в зависимости от времени года.
      к новому году 92:-)я зимой всегда отощаю.рост 159.
      я перекроила выкройку cимплиcиты, но наверное перeделывать не буду- ткань после стирки сильно села.
      я купила не кутюрную, а дешёвую. вот и получай результат. позарилась на дешёвую 100% шерсть- уже давно такого не делаю, а тут...брюки на себя всегда подгоняю, т.к. мне даже минимальный заломчик будет глаза мозолить. брюки должны сидеть на мне как влитые. нои вот сзади они были очень даже ничего.но как я уже говорила, мне и у других не нравится.
      на колаже- твои чёрные брюки.

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  3. Anonymous22/9/12 17:24

    Das ist ein sehr interessanter Beitrag betreffend Proportionen. Ich habe immer gedacht, dass die Marlene-Hose optimal ist, wenn eine Person nicht ganz schlank ist. Wie deine Bilder zeigen - vor allem diejenigen der Marlene Dietrich - ist das überhaupt nicht der Fall. Was bedeutet, dass ich weiter suchen muss für eine optimale Hosenform bei eher kurzen Beinen und einer etwas üppigen Figur. Vielen Dank für die sehr informativen Bilder und Erklärungen.

    Barbara

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    1. Gerne:-)
      ich vermute,dass im bereich der hüfte soll der stoff eng die hüfte umschmiegen und dann kann das bein breiter sein aber wiederum nicht zu breit.
      wenn man nicht unbedingt original ahben will(so wie ich mit meinem original-tick),dann kann man ruhig zu den shcnitten mit der passe greifen und wenn man hohe taille hat,dann definitiv tiefer sitzende taille!

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  4. Anonymous22/9/12 17:39

    Vielen Dank für deinen Tipp :-)!

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  5. Ich liebe ja die Marlene Hose ,oder Chanele,. Für kleine Frauen ist sie wohl wirklich nicht so günstig. Auch hast du recht das sie im Hüftbereich gut sitzen muss. Ich habe mir vor langer Zeit mal welche genäht, mit Seitenreißverschluss , so das gar nichts auftragen kann. Leider habe ich den Schnitt nicht mehr und bin noch auf der Suche nach einem neuen Schnitt für mich.
    ein schönes Wochenende wünscht
    Christine

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  6. Юля, ну я не знаю такого мифа- что всем идет и делает ноги от ущей, по мойму они вообще мало кому идут. От фото тоже много зависит. Честно говоря не сказала бы что тебя они полнят,просто не удачная модель и потом на фото с Шанель немного другие брюки (фасон)

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    1. ну да, ун неё и карманы накладные- но я такие вообще не люблю.
      у шанели брюки уже. а про миф на сезоне неоднократно анализировалось и дискутировалось. там много очень высоких профессионалов, кто во все ньюансы кроя и обработки вникает, ну в том числе и во всех тонкостях силуэтов разбираются. вот и говорили.
      а брюки эти делают фронтально меня очень широкой.

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  7. Anonymous22/9/12 21:08

    Ich kann das voll und ganz unterschreiben. Marlenehosen sind wirklich nur für sehr große und sehr schlanke Frauen. Ich (1,60 m) sehe in denen immer irgendwie quadratisch aus, vor allem mit reingestecktem Oberteil. Ich hatte mal eine- ich glaube Burda 5/2005 oder 5/2006- aus schwarzem Wollcrepe mit Seitennahtreißer und, wie du schreibst, eher enger Hüftpartie, die hatte ich mit einem eher langen engen Pulli und sehr hohen Schuhen an (wobei der Saum auch den Boden berührte) und das ging dann optisch. War aber eine Riesenausnahme, denke ich.
    Wobei ich die Fotos von dir eigentlich sehr schön finde. Schlankmachend ist sie zwar nicht gerade, aber ich fidne, dass hast du ja auch überhaupt nicht nötig :-).

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    1. Ich danke dir. Es ist mir wichtig,wenn auch die andere mir über ihre erfahrungen damit berichten.
      und danke fürs kompliment:-)

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  8. Hin oder her mit der Passform... Ich finde, es sieht sehr locker aus und dazu noch sehr elegant) Und die Haare sehen so toll aus, mit den Locken!)

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    1. ja, sag ich doch:-). aber bei diesem modell ist es auch irgendwie komisch, vorne beim vorderbein ist bei allen die aus leichten stoffen machen zu viel volumen.keine falten,sondern einfach zu viel. nicht gut. interessanter weise sitzt die seitennaht exakt auf der seite. aber auch mit high heels wird das nicht besser machen- habe auf russischen burda gesehen.

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  9. Liebe Julia,

    darf ich dich kurz korrigieren: das berühmte Streifenhemd ist nicht das der russischen Marine, sondern das bretonische Fischerhemd - das Chanel im Original zusammen mit Hosen ihres Freundes Boy Capel trug. Auf den Bildern kannst du gut sehen, dass das bretonische Hemd zum einen dunkelblaue und zum anderen breitere Streifen hat. Mademoiselle Chanel war Französin durch und durch, wenn auch mit Einsprengseln Richtung englische Landgesellschaft und später Nazideutschland. Sie hat sich größtenteils aus ihrem Umfeld für ihre Inspirationen bedient; bekanntes verfremdet und umgemodelt (wie eben das Nutzen englischer Herrenschneider-Anzüge und ihrer Stoffe für Frauen oder eben das Tragens eines Arbeiterhemdes).

    Marlene hat ebenfalls klassische Herrenhosen der Zwanziger und Dreißiger auf ihre Maße zuschneiden lassen - es sollte eben das Spielen mit sehr männlichen Versatzstücken sein, so dass der Reiz der Weiblichkeit nicht in der Betonung von Brust, Hüfte und langem Bein lag, sondern nur in der sexuellen Undefinierbarkeit. Es ging um Provokation, um Augenzwinkern, um betontes Anderssein, nicht um das bestmögliche Aussehen. Dass wir das heute so nicht mehr mögen, liegt(auch) an dem Verlust von Verboten - Frauen in Hosen sind die Norm, nicht die Ausnahme.

    Davon abgesehen habe ich immer nur gehört, dass weite Hosen eben nur Großen und Schlanken stünden - habe allerdings auch schon kleine Mollige gesehen, die darin umwerfend rüberkamen. Es kommt eben auch darauf an, was das Auge des Betrachters als Ideal betrachtet. Ich jedenfalls finde auch diese Hose an dir schön anzusehen, gibt dir etwas sehr lässiges, jung-verspieltes :-)

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    1. ok, ich sreiche den satz mit der russischen marine,weil ich die quelle,wo ich das gelesen habe nicht mehr finde(ich habe mich seit 1 jahre damit befasst und nciht alles abgespeichert).
      die hose von chanel ist definitiv nicht von dem boy, allein schon aus dem grund,weil sie aus jersey ist.sie entstand zu der zeit als sie mit jerseys hauptsächlich rumexperimentiert hat.
      ich habe eine menge bücher über chanel gelesen.
      auch mit dem alter korrigiere ich noch. es ist dennoch für mich völlig unwichtig,weil ich die form und die (aus)wirkung betrachte.
      ich habe mir hunderte von bilder von originalen und mödernen nachbildungen angeschaut.es gibt weniger erfolgreiche beispiele bei kleinen und fülligen frauen. je fracher der busen- desto besser ist die wirkung- je höher die taille, desto quadratischer liest sich der torso, je weniger ausgeprägte hüfte-desto besser kommt die silhouette. die abgeschrägten taschen verstärken den schlanken effekt.auch der knopfverschluss an der seite ist ein muss, wenns um marlene geht.
      aber ich wollte keine marlene.
      das war experiment 2 elemente zu verbinden: chanellook und modernen burdaschnitt.
      das ergebnis: ich bin um einige erkenntnisse reicher geworden,die ich jetzt gerne weiter gebe.


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  10. Und ach so, entschuldige: Marlene ist auf den beiden unteren Bilden etwa 12 Jahre jünger als auf den oberen :-)

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    1. ähm.. sorry, ich streiche es doch nicht weg.
      weil ich auf die schnelle zumindest eine andere quelle dazu gefunden habe:
      http://www.rmg.co.uk/visit/exhibitions/special/sailor-chic/the-exhibition/gender-and-sexuality/

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  11. Zu dem letzten Bild: da steht nicht, dass CC den russischen Pulli verwendet hat, sondern dass ein Hersteller in den Vierzigern das getan hat und dass dieser Look von CC berühmt gemacht worden ist. Ein blau-weiß gestreiftes Jerseyshirt ist da so gut wie das andere, um den Look aufzugreifen :-)

    Dass die Hose oben aus Jersey ist, ist klar - dass sie mit echten Männerhosen begonnen hat, wollte ich ausdrücken. Aber wenn wir jetzt mal ehrlich sind: wolltest du in diesen Jerseyhosen herumlaufen? ;-) Ich befürchte, dass die von hinten noch schlimmer aussehen :-D
    Mit Madame habe ich mich übrigens auch sehr intensiv beschäftigt - ohne dass mich der Schneideraspekt damals interessiert hätte. Mich interessierten lange Jahre Frauenbiographien und da gehörte sie mit dazu. Dass in jeder ihrer Biographien ihre fachliche Arbeit und die Inspirationen einen breiten Raum einnahmen - logisch. Dazu habe ich mich lange, lange Zeit sehr intensiv mit Kostümgeschichte befasst, da passte die Gute dann doppelt rein.

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    1. Ok, jetzt bin ich pingelig bei Frau Dietrich: sie war in den Zehnern und frühen 20er ein hübsches etwas pummeliges Mädchen, im Blauen Engel war sie nicht gerade gertenschlank und als sie danach nach Hollywood ging (31?32?), wurde sie knallhart auf Diät gesetzt. Und wurde schlanker und schlanker und schlanker - und die Hosen wurden dazu ja in den Vierzigern auch fließender im Stoff (also auf den Bildern oben). Sie sah darin also mit jedem Jahr besser aus.

      Aber das ändert nichts an deiner Aussage, dass schlank in der Hose besser aussähe als runder ;-)

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    2. wenn ich eine kopie gewollt hätte ,hätte ich sie 1 zu 1 gemacht-in diesem punkt habe ich einen tick.aber ich habe nicht mal ihre taschen übernommen und aus jersey würde ich mir wohl nur eine yoga-hose machen:-) auch mit dem hintern da hast du wohl recht:-)))
      die biographie als feministin usw interessierte mich weniger.ich beschäftige mich mit feminismus und emanzipation nicht.ich bin der meinung entweder ist man eine oder nicht,und wennn man eine ist,dann ist man das und man redet nicht darüber.IMHO.
      mich interessierte schon immer technischer part.als jugendliche wollte ich nie modedesignerin werden, sondern eh die rechte oder die linke hand vom designer. er zerbricht sich sein kopf über die kreationen und ich über die technische umsetzung.
      wir betrachten die gleiche personen aus verschiedenen perspektiven.

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  12. Ach Julia, du verstehst mich einfach nicht (bei der Rückseite in Jerseyhosen schon ;-) ) Feminismus hat in dieser Sache ja gar nichts zu suchen, oder nur sehr sehr am Rande: als junges Mädchen von 12, 13 beginnst du doch fast automatisch nach Vorbildern zu suchen und das sind für mich Frauen gewesen. Ich bin eine Geschichtsfanatikerin gewesen, eine Liebhaberin der Klassischen Literatur und Musik, eine Kostüm-, Kleider- und Malbegeisterte, eine Schwärmerin vor Watteau und Boucher. Frauen allerdings tauchen selten auf und wenn, dann waren sie spannend und logischerweise außergewöhnlich. Als Herrscherin, Musikerin, Malerin, Autorin, Revolutionärin, Sufragette, Muse, Modeschöpferin. Und ich will immer die ganze Person: ihre Erfolge, Ängste, Schwächen, Stärken, Inspirationen. Als ich Chanel "erforschte", habe ich in der Zeit die passende Kleidung gemalt, die Musik gehört und Bilder von Filmer betrachtet. Als es Mme de Pompadour war, lief nur Barock- und Rokokomusik bei mir und es standen gerahmte Bilder von Boucher an meinem Bett.
    Manche dieser Frauen habe ich im Laufe der Zeit mehrmals besucht - und an Chanel kam man in den letzten Jahren kaum vorbei, weil es einen Film nach dem anderen über sie gab. Da durfte sie dann auch noch mal in meinen Bücherschrank hüpfen ;-)

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    1. du bist aber wie ein kampfhund:-) aber das gefällt mir!:-)
      ich verstehe dich besser als du glaubst. so unterschiedlich sind wir gar nicht. ich schätze mich aber für wenig verträumt und romantisch, dennoch verbrachte ich im meinen rahmen möglich sehr änliche kindheit. denn meine mutter arbeitete in der choreografie-schule(das ist bei uns studium fürs balett) und als nebenjob auch reiseleiterin und museenfühererin,mein bruder ist künstler, und weil wir uns alle liebten, verbrachten wir sehr viel zeit miteinander in museen, philarmonien,theater.meine erste oper war "Rigoletto"-da war ich mit 10 jahren mit meinem bruder.und wie Richard Geer sagte, man liebt oper sofort oder nicht.ich liebte sie.
      auch ich liebe die geschichte, nur mit dem unterschied,dass ich eine leidenschaft für archivdokumente habe und wenig für biografiebücher.
      weißt du, es wird der chanel soviel nachgesagt,dass ich nicht mal glaube,was sie tatsächlich gesagt hat. ich bilde mir meine meinung nur, wenn ich selbst sehe und höre. ich vetrau einfach keine literarischen freiheit des autoren.
      ich hoffe, du verstehst mich wie ich es meine.

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  13. Toller Beitrag! Zu den gleichen Ergebnissen bin ich auch gelangt. Kleinere Frauen, mit kürzeren Beinen tragen am besten schmale Bleistifthosen, die machen die Beine wenigstens ein bisschen länger...vielleicht sogar noch mit gesteppter Bügelfalte...!Ich bin ein grosser Fan von Chanel, aber sie war figürlich auch so gebaut, dass sie selbst die von den Männern abekupferte Kleidung am besten tragen konnte...Grüsse Sandra

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    1. ich weiß nicht,ob du in den kommentaren noch gelesen hast(ich muss vermutlich jetzt in mein post hinzufügen), brüste und verhältnis taille-hüfte spielen auch ganz grosse rolle,d.h. je knabenhafter man aussieht desto besser sitzt die breite hose...
      ja, bügelfalte mag wohl auch eine rolle spielen. danke!
      ich bin immer noch ein fan von chanel, auch heutiger zeit. ich habe vor kurzem eine doku gesehen mit einem schwarzen chiffonkleid und swarovski-stikerei.ich war sprachlos von dieser vollkommenen schönheit und weiblichkeit. mir ist es auch ein geheimnis wie Lagerfeld es schafft, 3 völlig verschiedene modehäuser/linien zu führen...die sind sowas von verschieden

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  14. Sorry, ich muß Dir ganz klar Wiedersprechen!!! Die Marlene-Hose ... und bei mir bleibt es bei diesem Namen ... steht auch kleinen, runden Frauen. Ich ... 1,59m ... Gr. 48/50 ... trage gekonnt und mit wachsender Begeisterung Marlene-Hosen ... ohne Taschen und mit hohem Bund ... Punkt!

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    1. das unterliegt dem geschmack. ich habe es in ersten linie für mich analysiert.
      und es ging mir auch darum, dass ich effekt erwartet habe, dass diese hose angeblich allen frauen beine ab den ohren zaubert,was ich wiederrum bei mir nicht bestätigen kann. frontal gefällt mir dieser hose aus diesem schnitt und diesem stoff an mir nicht. das ist IMHO.
      ich werde aber auch weiter an dem thema bleiben,jetzt mit neuen erknenntissen.

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    2. Lange Beine schon ... find ich zumindest. Ich trage die Marlene ganz bewußt mit hohem Bund und in einer länge die meist Schuhe mit Absatz erfordert. Dadurch erreiche ich eine optische Länge.

      Ich gebe Dir auch absolut recht, dass der Schnitt vom Bund bis zum Schritt enganliegend sein und erst danach an Weite zunehmen sollte. Und genau darin liegt der Vorteil für Mollige ... es kann eine gerade Silhouette gezaubert werden ... ein für mich wichtiger Aspekt für Kleidung bei Frauen mit großen Größen. Nichts schlimmer als eine Karottenform oder gar Jeggins (legginsartige Jeans).

      Dick bleibt dick und das ändert kein Schnitt der Welt ... egal welche Hosenform man wählt. Die Kunst ist doch für mollige Frauen einen Weg zu finden sich trotzdem gut zu kleiden. Und da gelten nun mal andere Maßstäbe als bei einer Frau mit Gr. 34/36.


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    3. Liebe Nähfiddeley,
      Ich unterstütze an dieser Stelle deine Meinung, seit vielen Jahren trage ich Hosen mit weiten Beinen und fühle mich sehr wohl darin. Aber klar ist auch, Sewing Galaxy hat, quasi im Nählabor, ein gängiges Urteil, eine bekannte These wiederlegt. Diese Art Hosen verlängern die Beine optisch nicht bis zu den Ohren; das tun die Fotografen durch die Wahl des Standpunktes beim Fotografieren.
      Gruß Mema

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    4. muss ich mich jetzt nicht irgendwo einloggen/anmelden etc.? das wäre ja schön. ich suche jetzt seit stunden nach einem Schnitt für eine 20ger Jahre-Hose/Marlene-Hose, oder wie immer man das nennen will. unten weit, am po passend (ich sehe sie schon vor mir). von vecona-vintage habe ich eine hose gefunden, die in etwa das ist, das ich meine; zum ersten mal gesehen habe ich sie bei zsazsa, an der besitzerin - sie verkauft sie fertig genäht, aber leider teuer. anprobiert, ob sie gut an mir aussieht, habe ich noch nicht. ich habe auch ein bisschen angst, dass das so ist, (und ich sie dann kaufen müsste). diese seite hier ist die beste, die ich heute bei meiner weltreise zum thema schnitte und nähen besucht habe. sie hat mich erfreut, ermutigt (nach vielen jahren meinen wunsch, wieder mehr als nähte-ausbessern zu machen)und ich werde sicher wieder zurückkehren, gespeichert ist sie schon :-)
      und wenn jetzt noch das "publish" funktioniert - wäre das sehr schön.

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    5. vielen dank:-) hezlich willkommen!

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  15. Hallo, sewing galaxy,

    Danke für Deine sehr treffende Analyse der wesentlichen (Schwach-) Punkte eines marlene-Hosen-Schnitts. Durch Ausprobieren verschiedener Modelle war ich zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen: Bundfalten tragen zu sehr auf, besser es ist oben schmal, aber ich hätte mir einige Mühe gespart, wenn ich das für mich so schlüssig zusammen gefasst hätte, wie Du das hier tust :-)
    Empfehlen kann ich dafür den Hosenschnitt (ich glaube 103) aus der burda 12/2013. Ich muss zwar noch etwas Weite an den Hüften herausnehmen, aber dank Deiner Tips zum Anpassen von Hosenschnitten werde ich es mit mehr Überlegung als üblich tun.

    Grüße
    Maike

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  16. Jetzt habe ich doch noch Mal auf Deinem Blog nach der Marlenehose schauen müssen! :)
    Ich kann mich Deiner Meinung voll und ganz anschließen: an der Hüfte sollte die Hose eng anliegen und erst am Schritt weiter werden, ich würde sogar an den Oberschenkeln noch körpernah bevorzugen.
    Ich bin zwar groß, aber nicht super schlank und würde auch unterschreiben, dass die Hose um die Hüfte fülliger macht. Ich muss meine Hose noch Mal mit einer Bluse zeigen... auf Bildern kann ich meine Silhouette irgendwie besser nachvollziehen als nur einfach vorm Spiegel. Es ist wirklich ein schmaler Grad zwischen eng und weit mit der Marlenehose.
    Liebe Grüße,
    Stef

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