Sunday, July 20, 2014

Den Dirndl Geheimnissen auf der Schliche, Teil 5

Zumindest betrifft das dieses Dirndl.
Ich habe Tage und Wochen damit vebracht, endlich dahinter zu kommen WIE man dies und das richtig macht. Es hat sogar im wahrsten Sinne des Wortes eine schlaflose Nacht gegeben aufgrund der ungelösten Probleme am Dirndl. Hiermit habe ich garantiert den Titel "Nerd" endgültig verdient (obwohl ich das für  ein Unwort halte).
Dabei habe ich  festgestellt, dass ich manche Dinge falsch gedacht und gemacht habe.

Fangen wir mit den Fehler an. Davon gab es 3!
Fehler Nr. 1:
Die Nahtzugabe des Leibels sollte nach OBEN zeigen.
Dabei darf man unter keinen Umständen das Leibl und den Kittel so verbinden. Der Grund ist, dass man die Nahtzugaben dann möglicherweise sehen würde. 
Sondern: Entweder muss der Kittel vom Leibl umfasst werden oder das Leibl  umfasst den Kittel. Darüber ausführlicher unten.
Damit das ermöglicht wird musste ich teilweise meinen Beleg auftrennen.
Somit kommen wir zum Fehler Nr. 2:
Der Beleg bekommt zwar die Knopflöcher zuerst (Auskunft  der Trachtenschneiderei in Steiermark), wird aber später fest angenäht.
Fehler Nr. 3:
Es ist nicht egal, wo  die Falten gelegt werden!
Die erste Falte liegt direkt  an den Stiftelreihen, oder überdeckt diese sogar.

Nun kommen wir zum spannendsten Teil, der Auflösung der Geheimnisse :-)
Im Netz habe ich nur Knoten am Ende der Reihen gesehen und das kann einfach nicht richtig sein,
weil es:
1. Der Philosophie des Dirndls wiederspricht. Wenn ich etwas verknote und ein paar mal wasche, wird der Faden vermutlich nicht mehr aufuzumachen sein, verfusselt.
2. Kommt am Ende der Reihe niemals schöne letzte Stehfalte, sondern wird sich einen Zickzack bilden, da die Spannung unterschiedlich ausfällt.

Dank dem Hinweis von Iris wußte ich, dass am Ende jeder Reihe zwei Schlingelstiche gemacht werden. Somit ist alles super auf Spannung befestigt und jeder Zeit aufmachbar.
 Für die, die nicht wissen, was ein Schlingelstich ist:
 Das Schöne dabei ist, dass die letzte  Stehfalte kerzengrade bleibt.
Die schönste Lösung auf die Frage "Wie bringe ich am sinnvollsten die Fäden unter", lieferte das Dirndl meiner Freundin Janette (als ich zum ersten Mal darein geguckt habe, sah ich es nicht, weil es nur auf einer Seite bei ihr gemacht war, was ich nicht wusste).
Und so wird's gemacht:
Jeder Faden nach dem Schlingelstich wird in der letzten Stehfalte zwischen Hansl und dem Haupstoff so durchgezogen, dass er versteckt von allen Seiten bleibt und taucht wieder in der Mitte auf.
Wenn alle Fäden ungefähr an einem Punkt zusammenkommen, kann man mit dem Zopfflechten anfangen. Man kann den Zopf runter hängen lassen oder mit einer Schlinge befestigen.











In der Taille sollte eine Doppelnaht durchgeführt werden. Im Buch steht, dass eventuelle Korrekturen anfallen, falls ein Stehfältchen falsch von der Maschine erfasst worden ist. So könnte man es ausbessern. Aber ich finde, dass die Doppelnaht mehr Stabilität gibt.
Nun kommen wir zum Punkt, wie die Verbindung des Leibls und des Kittels an dem Verschluss aussehen muss.
Alle Nahtzugaben, die auf 3 cm zurückgeschnitten werden, kommen nach oben (Nach unten wird beim besten Willen wegen der Dicke der Lagen nicht gehen). Der Beleg umfasst  dabei  alle Lagen, wird umgeschlagen und angenäht.
Wenn man die Knopflöcher und die Knöpfe noch nicht angenäht hat, kann man es sogar mit der Nähmaschine machen.

Thursday, July 10, 2014

Dirndl nähen, Teil 4

Der Kittel
So richtig fertig bin ich immer noch nicht,weil ich immer noch offene Fragen habe.
Bitte wie immer um Korrektur und Hilfe.

Auf den Kittelsack habe ich verzichtet, den brauche ich nicht, zumindest nicht bei diesem Dirndl.
Unten am Saum kommt noch ein Kittelblech.
Und jetzt zur Verarbeitung.
Ich habe 2 Stoffbahnen à 140cm breit gehabt. Die habe ich miteinander verbunden. Die Nähte sind dann die vordere Mitte (VM) und die hintere Mitte (HM) geworden.
Bei der VM wird ein Verschluss eingearbeitet. D.h. die Naht geht nicht ganz nach oben, ca. 20-25 cm.
So wird der Verschluss gemacht.
Ich habe 10 cm Hansl gekauft. Ich gebe sofort zu einen Fehler gemacht zu haben.
Zwischen der Oberkante Hansel/Kittel und der Taillennaht sollten nicht mehr als 1 cm liegen.
Da mein Hansel mit 5mm über der Linie läuft, hätte ich diese 5 mm abschneiden sollen.
Die Nahtzugabe sollte 1 cm betragen und nicht 1,5 cm.
Ich habe mich letzten Endes dann doch für maschinelle Fertigung entschieden.
Im Abstand von  30-40 cm von der vorderen Mitte wird das Hansel angebracht. Zuerst habe ich mein Hansel dreiseitig umlaufend overlockt. Im zweiten Schritt habe ich die Oberkante Hansel und Oberkante Rock(Kittel) zusammen overlockt.
 Nun kann man endlich loslegen mit Handstifteln.
Ganz wichtiger Hinweis:
Nur Knopflochseide verwenden. Ich habe sehr lange danach gesucht, denn sie wird nicht mehr im Großhandel angeboten. Aber wenn man die richtige Bezeichnung kennt, wird nach schneller fündig.
Die richtige Knopflochseide aus haspelseide hat Bezeichnung Güttermann R753, 33ydr.
 2 Abende à 2-3h gingen bei mir drauf, um das zu stifteln. Im Nachhinein habe ich noch die obere Reihe gestiftelt, die hier noch nicht auf dem Foto ist.

Jetzt ist es wichtig die hintere Mitte des Leibels mit der hinteren Mitte des Kittels zu verbinden.
Der zweitwichtigste Punkt liegt 7 cm von der Seitennaht Richtung vordere Mitte:
 Jetzt darf gezeigt werden, an allen Fäden gleichzeitig.


Sobald die richtige Länge der ersten Reihe erreicht ist, kann der Kittel an der Taillenlinie des Leibels fixiert und befestigt werden. Der restlicher Stoff zwischen Hansel und VM wird in gleiche Falten gelegt.
Wichtiger Ninweis:
Die Taillenverlauf vorne  ist 1- 2,5cm tiefer! So wie die Abnäher genäht worden sind.
Wenn man das nicht macht, hebt sich der Rock gleich nach vorne (habe sogar getestet- das stimmt:-) ).
Auch für die Schürze ist das bequemer.
Auf der Puppe sieht es  etwas seltsam aus,aber in der Realität sitzt dann richtig.
Jetzt muss die Anprobe gemacht werden und die restliche Stiftreihen an der Figur passend zusammen gezogen werden.

Und jetzt bin ich schon wieder bei der Frage, wie beende ich das richtig?

Theoretisch weiß ich, dass ich paarweise 1&2, 3&4 usw Fäden mit einem Knoten verbinden sollte und danach einen Zopf pflechten.
Aber: Wie kriege ich das so hin, dass meine erste Stiftelreihe kerzengrade ist und nicht unter Zug hin und her gewellt ist?

Tuesday, July 1, 2014

Das hättet ihr nicht vom mir erwartet ;-)


Aber ja, Sewing Galaxy hat nach 30 Jahren Abstinenz einen Kuscheltier wieder genäht!

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Vor einem Monat wusste ich nicht einmal von seiner Existenz.
Darf ich vorstellen: Patamon aus der Digimonfamilie!
Und so sieht er aus:
Diese Arbeit ist ein Gemeinschaftsprojekt mit meiner Tochter.
Vor 30 Jahren habe ich Kuscheltiere sehr erfolgreich per Hand angefertigt, meine Projekte standen damals in den überregionalen Ausstellungen. Als ich dann angefangen habe für mich die Kleidung zu nähen war das Thema Kuscheltier ein für alle Male erledigt.
Nun gab es einen Anlass um dieses Wesen herzustellen: Meine Tochter wollte es ihrem Freund zum Geburtstag schenken, als Andenken an seine Kindheit, weil dieses Wesen ihn seine Kindheit begleitet hat. Zudem wollte sie, dass es unbedingt handgefertigt ist.

Ein Schnittmuster konnten wir leider nicht auftreiben. Es gab auch nichts Vergleichbares. Also warnte ich sie, dass auf sie ungeheuer viel Arbeit zu kommt.
Da es fast unmöglich ist, bei einem 3D -Körper die Breiten für einen 2D-Schnittmuster einzuschätzen, schlug ich vor, ein Modell aus Alu-Folie zu machen. Das hat sie auch erfolgreich erledigt.
Wir zeichneten über die Folie unsere zukünftige Schnittlinien. Legten eine Transparentfolie darauf und befestigten sie mit Stecknadeln. Auf diese Weise konnten wir das Schnittmuster abnehmen.
Die erste Probe glitt automatisch zu der 2ten  :-)
Die 2te sah eh einem Orka ähnlicher als dem Digimon.
Es folgten weitere Korrekturen, neuer Zuschnitt. An dieser Stelle muss ich sagen, dass meine Tochter hervorragend meine Korrektur-Kritik umgesetzt hat.
Und so entstand dann die Probe 3. Alles hat sie mit kleinen Stichen per Hand geheftet.
Hier ist die Evolution
Den Stoff hat meine Tochter ausgesucht, unter Berücksichtigung wichtiger Eigenschaften, die der Stoff haben sollte. Es ist also ein Nicki geworden. Innen drin ist ein Basteldraht und gewöhnliche Füllwatte.
Alle Teile wurden von meiner Tochter sauber geheftet in 3 mm Stichen.
Ich habe nur mit der Maschine genäht.




 
 

Saturday, June 28, 2014

Verarbeitung nach Tommy Hilfiger

Eigentlich wollte ich bloß ein Hemd nähen. Den Schnitt habe ich von seinem Lieblingshemd von Hilfiger abgenommen. Aber dann sagte mir mein Mann, du gibst dir für die anderen so viel Mühe, warum dann nicht auch für mich? Wenn schon, denn schon!
Der Stoff ist sehr dünne bügelfreie Seidensticker Baumwolle für Hemden.
EIN FEHLER! Seidensticker macht tolle Qualität, aber egal was ich versucht habe platt zu bügeln, es blieb einfach nicht in Form. Das führte dazu,dass ich fast alles noch per Hand geheftet habe.

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Da die Hilfiger Hemden so interessant in der Verarbeitung sind, zeige ich wie ich das gemacht habe.
Ob die Industrie es genau so macht kann ich nicht sagen, dennoch ist sein Lieblingshemd nicht zerlegt und ich kann nur vermuten, wie sie das verarbeiten.

Wir fangen mit einfachen Dingen an wie den Kragen.
Ein typisches Hilfiger-Hemd hat immer farblich abgesetzten Streifen am Steg.
Den habe ich so gemacht(die neuen Hemden werden mittlerweile anders gemacht-der Streifen sitzt ganz unten und  unten drunter wird noch eine Paspel eingenäht).
1.Die Nahtzugabe des Stegs um die Einlage umschlagen und festnähen(wie ich schon im Tutorial gezeigt habe). Erst dann werden die Schrägstreifen exakt parallel unten aufgenäht. Ich habe hochwertiges, fertiges Satinband  benutzt.
2.Der Überschuss wird abgeschnitten ,umgeschlagen und festgesteppt.
Innenansicht: Um Fragen vorzubeugen: Oberkragen und Innensteg sind mit TR-Einlage verstärkt.

Weitere Verarbeitung ist dem Tutorial zu entnehmen.
Typisch für Hilfiger ist auch die Kombination verschiedener Stoffen an der Passe und ein aufgenähtes Dreieck.











Nun kommen wir zum interessanten Teil der Verarbeitung:  Das untere Ende des Hemdes.
Der letzte Knopf ist nicht nur farblich anders abgesetzt, er ist auch  quer angeordnet.
Die Seiten am Bogen bekommen dynamische Dreiecke, vermutlich, damit es nicht einreißt.

Und so wird das gemacht:
Die Dreiecke werden an einer Naht geschlossen und beim Vernähen des Bogensaums untergelegt.
Die Seitennaht des Hemdes ist dabei erstmal einfach genäht, beide Saumkanten sind vorher schon fertig.
 Im nächsten Schritt wird eine Kappnaht genäht.
Das Dreieck wird umgeschlagen und von der rechten Seite in der vorhandenen Saumnaht noch einmal gesteppt. Jetzt ist es sehr wichtig darauf zu achten, dass die Kante vom Dreieck mitgefasst wird.
 Zum Schluß mit Zickzack verriegelt.

Der Ärmel ist im Gegensatz zu den anderen Teilen des Hemdes sehr klassisch. Ich zeige es aber trotzdem, denn ich halte diesen Ärmelabschluss für den Einfacheren, Bequemeren und Schöneren.



Für die,die es noch nicht verstanden haben,wie das gemacht wird, habe ich ein Schema gezeichnet:
Fertige Ansichten von aussen und innen:

 Die Brusttasche (bei uns ein Muss)
Es bleibt  mir nur die Tragefotos zu zeigen.
das Hemd ist nach einem langen Arbeitstag und Stunden langer Fahrt im Auto.