Sunday, April 13, 2014

Mal wieder in rot


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Es gab endlich  einen Anlass, (m)ein Kleid  zu zeigen.
Die Idee, das Kleid zu nähen entstand noch im Jahre 2010, das ist Vogue V1056
Zuerst  habe ich einen Hilco standard-Jersey gekauft, aber die Standardfarbe ist zu grell, zu hoch rot. Dann sah ich diesen alternativen rot-jersey und wollte endlich das Kleid nähen. Genäht habe ich sehr schnell, also in  ca 1,5 Wochen, zwischen Weihnachten und Silvester.
Was ich besonders bei Designer-Schnitten mag ist, dass die Verarbeitung manchmal sehr interessante Alternativen anbietet. Diesmal war das nicht so. Nachdem ich auf die vorgeschlagene Weise das Futter mit dem Beleg verbunden habe, drückten alle umgeschlagene  Nahzugaben der Belege durch.
Ich habe alles an den Belegen aufgemacht und neu /anders gemacht.
Ebenfalls anders musste ich die Aussschnitte am Futter verarbeiten. Ich weiß nicht, welche Art Futter Vogue gemeint hat, aber normales Futter würde ich nicht doppelt umschlagen. Ich habe es auf diese Art gemacht.

Die einzige Änderung,die ich am Schnitt vornehmen müssen war der Rücken. Ich musste sehr viel im Rücken wegnehmen und meine Kurve verpassen, sonst hängte es völlig formlos und sackig runter.


 Prost!:-)

Saturday, March 29, 2014

Dirndl nähen, Teil 1

Zuschnitt und Vorbereitung zum Nähen

Man glaubt kaum wie aufwendig das sein kann, denn es ist ja nur ein Leibl und nur paar Teile...
Damit habe ich die letzten 2 Tage verbracht und noch gar nicht angefangen wirklich zu nähen.
Und so kamen Fragen über Fragen. Sobald eine Frage gelöst war, kam schon die Nächste auf.
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bedanken bei den drei Nähschwestern, die mich großartig unterstützen und Geduld aufbringen, mir 200 Fragen ganz genau zu beantworten.
Liebe Janette, liebe Luisa und liebe Evelyn, ich danke euch!!

Ebenfalls waren ein Werkbuch und  eine wundervolle Tracht, die ich je gesehen habe (bitte guckt euch unbedingt die Details an, ich war sprachlos, 97% purer perfekter akribischer Handarbeit auf dünem Seidenbrokad), mir eine sehr große Hilfe.
Das Buch beinhaltet sehr detaillierte Erklärungen und Zeichnungen zum traditionellen Fertigen vom Dirndl.
Das ist das Beste, was ich bis jetzt auf dem Gebiet gesehen habe. Geschrieben von zwei Frauen, die ihr Hobby und ihre Liebe zur Tracht zum Beruf gemacht haben.

Nachdem ich die Probe angepasst habe, habe ich sie zerlegt und den Schnitt auf die Folie übertragen.
1. Die Nahtzugaben

-Halsausschnitt  1cm
-Armloch          1cm
-Seitennaht        4cm
-Schulternaht     3cm
-Taille               6 cm
-Teilungsnaht    1 und 2 cm(wichtig(!)daraus wird später Kappnaht) 
     
 
2. Zuerst wird das Futter zugeschnitten. Da ich mein Dirndl mit Knopfverschluss mache, kommt beim Futter  KEINE Nahtzugabe an der vorderen Kante. 
Wichtig: Abnäher werden  NOCH NICHT ausgeschnitten!
3. Nachdem die Teile zugeschnitten sind, wird zwei Mal von beiden Seiten kopiert.
Zuerst wird durch die Folie mit einem Kopierrädchen darüber gefahren, dann umgedreht auf dem Kopierpapier liegend noch mal für die andere Seite.

4. Erst wenn Futterteile zugeschnitten sind, kann man die aus dem Oberstoff zuschneiden.
Diesmal muss man etwas für Einschlag hinzufügen. Ich habe mich für 6cm entschieden.
5. Im nächsten Schritt werden die Teile "richtig" zusammen gelegt, d.h. die rechte Oberstoffseite außen und Futterseite mit Kopierlinien innen.
Im Buch wird vorgeschlagen, die Teile zusammenstecken und dann drum herum mit Heftstichen umzufahren.
Nach dem Stecken war ich mir nicht sicher, ob beide Stofflagen tatsächlich keinen freien Zwischenraum haben werden, deshalb habe ich mich für den umständlicheren, aber sicheren Weg entschieden, alles durchzuheften. Gerade beim Abnäher ist es wichtig, dass alle Lagen gleichermaßen miteinander vernäht werden (das habe ich schon mal bei den anderen Projekten bei der Arbeit mit mehreren Lagen gezeigt).

6. Anschließend habe ich alle Teile durchgeheftet.
Das ist nicht erforderlich! ich wollte es so. Sicher ist sicher. Das wird an der harten Oberfläche durchgeführt, nicht auf dem Schoß :-)
ich habe einen sehr dünnen und sehr glatten 120-er Serafil Overlockgarn dafür genommen. Zu einem kann man es leicht entfernen, zum anderen biegt sich der stoff darunter nicht.

7. Nun können alle Konturen umfahren werden.

8. Abnäher werden geheftet. Die Spitze der Abnäher beim Dirndl geht bis zum Brustpunkt und wird sehr langsam rausgenäht.


Friday, March 21, 2014

Es ist soweit!

Ja! Es ist endlich soweit und ich werde mir ein Dirndl nähen!
Es ist viel Zeit vergangen seit ich euch um Hilfe und Rat gefragt habe.
Jetzt habe ich sehr viel Information von überall gesammelt, so gut wie alle Fragen bzgl. Konstruktion und Verarbeitung geklärt.
Ich werde  es versuchen, möglichst traditionell gehalten zu verarbeiten und alle Schritte hier zu dokumentieren.
Ich habe festgestellt, dass es wenig bis kaum Information im Netz zum Thema gibt, insbesonderen,wenn es um bestimmte Stellen und fragen geht wie:
-wo müssen die Nähte des Rockes liegen?
-wie genau wird Rock  mit Mieder verbunden?
-wie verarbeite ich den Verschluß am Rockteil? usw...

Dazu seid Ihr ALLE eingeladen.
Ich freu mich über jede Bemerkung, Anregung, Vorschlag, Alternativen und Korrektur!
Denn ich begebe mich auf neues Terrain.

Bevor ich loslege möchte ich natürlich das Modell in Erinnerung bringen.
Das ist Lena Hoschek Tradition 2012, Dirndl Franziska
Den Schnitt dazu habe ich bei Steirischem Heimatwerk gekauft, hier.
Es ist ein Basisschnitt, den ich noch an mich angepasst habe (zwar viel aber nur im Rücken und generell in der Höhe).

Meine Stoffe  und Zubehör habe ich an unterschiedlichen Orten bestellt, hier und hier.
Als sie antrafen war ich völlig überrascht von dem Unterschied der Qualität der Stoffe, die man sonst als "Trachtenstoffe" nur in den Stoffläden sieht.
Die sind nicht  nur schön, sondern auch total weich.

Mein erstes Dirndl wird KEINE RÜSCHEN bekommen, denn ich mache einen Alltagsdirndl, dass ich auch im Alltag tragen will.

Sunday, February 9, 2014

Von Bernina für Burda

Ich freue mich wahnsinnig, dieses Projekt zu präsentieren:-)
Ich bin so mächtig stolz auf mich, dass ich diese Hürde überwunden habe.

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Kurze Vorgeschichte:
Zu Weihnachten habe ich völlig unerwartet ein Stickmodul zu meiner Bernina bekommen.
Ich habe mal vor über 25 Jahren  selbst mit Maschine gestickt, nur damals habe ich es ein Jahr lang systematisch im Unterricht gelernt, wie man es richtig macht, denn man musste alles selbst mit Händen und Füßen steuern.
Nun um loszulegen habe ich mir ein Design ausgesucht, das nicht besonders anspruchsvoll ist, da es aus nur zwei Farben besteht. Mein Mann sagte mir im Nachhinein,dass nur ich mit einem Mamutprojekt loslege..
Das Design war mal im Jahre 2007 von Bernina für Burda zur Verfügung gestellt worden.
Es gibt dieses bis heute kostenlos nur bei russsischen Bernina zum Runterladen hier .

Original Modell  106A_07/2007





Man sieht an der technischen Zeichnung, dass vorne Prinzessnähte laufen. Das bedeutet, dass bevor ich sticken konnte, ich erst beide Teile miteinander vernähen und versäubern musste.
Ich habe es nicht mehr, und nicht weniger als 5 mal gemacht, da die gute Frau, die die Einweisung zum Stickmodul gemacht hat, das Wichtigste entweder nicht gewusst oder vergessen hat -  das KALIBRIEREN vor dem ersten Mal der Benutzung.Und somit war mein Zentrum woanders und nicht da, wo ich ihn haben wollte. Das Problem dabei war, dass bei einer Prinzessnaht jede Abweichung von Symmetrie total auffällig ist! Es blieb mir nichts übrig als immer und immer wieder das Muster neu zu sticken. und das tat ich jedes mal blind, denn da wo das Muster beginnt sieht man es noch lange nicht, ob das da, wo eigentlich das Zentrum liegen sollte auch richtig liegen wird!
Ich habe 5 Mal Vorderteilhälfte genäht und gestickt!
Mein Mann hatte schon Mitgefühl mit mir gehabt, meinte aber, dass ich in meinem Perfektionismus konsequent bin. 

Ich finde die Silhouette des Schnittes super schön. Ich habe die Bluse etwas länger gemacht.
Die Schnitte von 2007 entsprechen der Mode von damals (kurz, freie Bauchnabel-Zeit, sehr geringe Leibhöhe bei den Hosen).
Stoff ist 100% BW-Popeline ohne Elastananteil.
An der Passform habe ich zwei Abende gearbeitet. Wie man es sieht, die Teilungsnaht geht unter dem Winkel herunter. Es war eine besondere Herausforderung für mein stark ausgeprägtes Hohlkreuz, weil mir dabei keine Schneiderpuppe helfen kann. Also guckte ich wie das saß, versuchte an mir selbst hinten das Falsche abzuklemmen- dann geheftet und neu anprobiert und so zig mal bis es saß. Für solche Korrekturen ist mir in meiner Familie leider keine Hilfe geboten. Selbst die Frau! :-)

NACHTRAG: auf Wunsch von Karen habe ich meine Korrektur für mein Hohlkreuzproblem bei diesem Modell hizugefügt.



Die Knöpfe sind absichtlich von mir auf diese Weise angeordnet.
Das Innenleben
Stickereiprozess
Und hier sind die Beweise meiner Hartnäckigkeit:-)