Zuschnitt und Vorbereitung zum Nähen
Man glaubt kaum wie aufwendig das sein kann, denn es ist ja nur ein Leibl und nur paar Teile...
Damit habe ich die letzten 2 Tage verbracht und noch gar nicht angefangen wirklich zu nähen.
Und so kamen Fragen über Fragen. Sobald eine Frage gelöst war, kam schon die Nächste auf.
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bedanken bei den drei Nähschwestern, die mich großartig unterstützen und Geduld aufbringen, mir 200 Fragen ganz genau zu beantworten.
Liebe
Janette, liebe
Luisa und liebe
Evelyn, ich danke euch!!
Ebenfalls waren ein
Werkbuch und
eine wundervolle Tracht, die ich je gesehen habe (bitte guckt euch unbedingt die Details an, ich war sprachlos, 97% purer perfekter akribischer Handarbeit auf dünem Seidenbrokad), mir eine sehr große Hilfe.
Das Buch beinhaltet sehr detaillierte Erklärungen und Zeichnungen zum traditionellen Fertigen vom Dirndl.
Das ist das Beste, was ich bis jetzt auf dem Gebiet gesehen habe. Geschrieben von zwei Frauen, die ihr Hobby und ihre Liebe zur Tracht zum Beruf gemacht haben.
Nachdem ich die Probe angepasst habe, habe ich sie zerlegt und den Schnitt auf die Folie übertragen.
1. Die Nahtzugaben
-Halsausschnitt 1cm
-Armloch 1cm
-Seitennaht 4cm
-Schulternaht 3cm
-Taille 6 cm
-Teilungsnaht 1 und 2 cm(wichtig(!)daraus wird später Kappnaht)
2. Zuerst wird das Futter zugeschnitten. Da ich mein Dirndl mit Knopfverschluss mache, kommt beim Futter KEINE Nahtzugabe an der vorderen Kante.
Wichtig: Abnäher werden NOCH NICHT ausgeschnitten!
3. Nachdem die Teile zugeschnitten sind, wird zwei Mal von beiden Seiten kopiert.
Zuerst wird durch die Folie mit einem Kopierrädchen darüber gefahren, dann umgedreht auf dem Kopierpapier liegend noch mal für die andere Seite.
4. Erst wenn Futterteile zugeschnitten sind, kann man die aus dem Oberstoff zuschneiden.
Diesmal muss man etwas für Einschlag hinzufügen. Ich habe mich für 6cm entschieden.
5. Im nächsten Schritt werden die Teile "richtig" zusammen gelegt, d.h. die rechte Oberstoffseite außen und Futterseite mit Kopierlinien innen.
Im Buch wird vorgeschlagen, die Teile zusammenstecken und dann drum herum mit Heftstichen umzufahren.
Nach dem Stecken war ich mir nicht sicher, ob beide Stofflagen tatsächlich keinen freien Zwischenraum haben werden, deshalb habe ich mich für den umständlicheren, aber sicheren Weg entschieden, alles durchzuheften. Gerade beim Abnäher ist es wichtig, dass alle Lagen gleichermaßen miteinander vernäht werden (das habe ich schon mal bei den anderen Projekten bei der Arbeit mit mehreren Lagen gezeigt).
6. Anschließend habe ich alle Teile durchgeheftet.
Das ist nicht erforderlich! ich wollte es so. Sicher ist sicher. Das wird an der harten Oberfläche durchgeführt, nicht auf dem Schoß :-)
ich habe einen sehr dünnen und sehr glatten 120-er Serafil Overlockgarn dafür genommen. Zu einem kann man es leicht entfernen, zum anderen biegt sich der stoff darunter nicht.
7. Nun können alle Konturen umfahren werden.
8. Abnäher werden geheftet. Die Spitze der Abnäher beim Dirndl geht bis zum Brustpunkt und wird sehr langsam rausgenäht.