Monday, August 29, 2016

Was bisher geschah...

Es folgt ein langer Post mit sehr vielen Bilder und wenig Text:-)
Hintergrundinformationen und Bilder sind am Ende des Posts ;-)

Das hier ist bisher die schwierigste Aufgabe in jeglichem Sinne gewesen. Aber dazu komme ich später. Ich zeige heute ein paar Techniken und Beispiele, wo das, was ich zeige, angewendet wird.

1.Freeform. Bei dieser Art werden die Perlen und Steine durcheinander gestickt so, dass der Eindruck entsteht,dass völliges Chaos herrscht.
Die blaue Version ist in indischer Aari-Technique und weiß- Luneville.



Beispiele der Anwendung:

 2. Vollflächenfüllung  mit der krummen Linie.
Dieses Muster wird sehr häufig in unterschiedlicher Art und Weise verwendet, um die großen Flächen zu verfüllen.
Beispiele:

3. Die Aufgabe lautete, 8 Arten die Perlen anzubringen zu verwenden, indem man in einem selbstgewählten Muster so viele Perlen wie möglich unterbringt. Ich habe zwar eine Sakurablüte gewählt, aber es ist mehr sowas wie Apfelblüte rausgekommen:-)

4. Diese Aufgabe war die Schwierigste von allen überhaupt. Laut unserer Meisterin schaffen sie auch nur die wenigsten. Ziel dieser Aufgabe ist es, die Hand des Meisters Joe Mitchell so kennen zu lernen, dass wenn man auf meine Arbeit, die ich in seinem Stil mache, schaut, seine Hand erkennbar ist.
Mich inspirierte sein Werk  und die wunderbare Miss Baker.
Ich habe jeden Abend ca. 1,5 Wochen gestickt. Als Untergrund verwendete ich japanischen Kunstchiffon in wundervoller Qualität- sehr leicht, sehr weich und glatt.
Die kleineren Perlen sind Miyuki Toho und  haben Größe 15/0. Ich musste sie teilweise ausschließlich nur mit Aari-Nadeln (indischem Stickhäken) sticken.




5. das ist weniger eine Aufgabe und mehr ein Auftrag.
Die Stickerei ist gedacht für ein Hochzeitskleid aus Dupionseide  in zartem grün im Stil von game of Thrones. Das Kleid habe ich diesmal gar nicht genäht. Zur Vorlage diente dieses Kleid. Das Hochzeitskleid ist genaue Kopie dieses Modells.
Die Stickerei kommt als Applikation genau wie bei der Vorlage an die Ärmel.
Die verwendeten Perlen sind alle japanische Perlen. Ich weiß nicht, ob das der Grund ist, aber die Stickerei ist diesmal überhaupt nicht so schwer wie es normalerweise der Fall bei den Glasperlen ist.
Das Kleid befindet sich im Atelier. Daher habe ich nur die Möglichkeit dies an dem kleinen Stück des Originalstoffes zu zeigen.
 Stickzeit der beiden Teile betrug 2,5 Tage.
 Ein bisschen Hintergrundwissen und einige Bilder...
Teilweise sticke ich auf einem englischen 1 cm breiten Rahmen mit einem Durchmesser von 31 cm.
Den runden Stickrahmen kann man an jedem Tisch mit 2 Einhandzwingen sehr leicht, super schnell und absolut ohne Kraftaufwand befestigen.

Die großformatige Stickereien führe ich auf einem professionellem Rahmen durch. Eigentlich ist die Bezeichnung "Rahmen" ist zu hoch gestochen- Es sind im Grunde nur vier Holzlatten :-)
Das Ganze steht auf zwei Klappböcken aus dem Baumarkt. Die haben zum Glück genau 75 cm Höhe.
Ein unheimlicher Vorteil von diesem Hobby ist, dass es unheimlich flexibel ist und wenig Platz braucht.
Ich kann damit überall sitzen :-)
 Die Tageslichtlampe musste ich leider durch eine LED-Klemmlampe ersetzen.
Auf dem Bild sieht man noch 2 Dinge,die noch nicht so ganz optimal sind.
zu einem fehlt mir eine Garnrollenhalterung. Die habe ich heute bestellt und wird so aussehen.
Die andere nicht so optimale Sache ist die Vorlage für die Perlen. Im Moment benutze ich die vom Perlenladen. Die hält zwar die Perlen schön an Ort und Stelle aber wenn ich mit dem Luneville-Haken die Perlen anpicke, bleibe ich sehr häufig drin stecken.
Demnächst müsste ich mir so ein "Tellerchen" basteln.


 So sieht es bei Lessage aus.
Letzte Zeit sticke ich viel mit Gunold-Metallic Garn. Das ist bisher das beste Metallic-Garn, das mir begegnet ist. Sowohl Madeira als auch Rheingold können mit seiner Qualität nicht konkurieren.

Im Normalfall stickte ich bisher mit üblichen Garnen- Sowohl Nähgarn als auch Overlock
Seralene. Später bekam ich ein Tipp, deas original französische Garn für Stickerei zu verwenden.
Seitdem will ich gar nichts anderes mehr. Dieses Garn ist reines BW-Garn, ist aber so glatt gezwirnt, dass das Garn sich weder verdreht noch jemals entzweit. Es ist einfach unbeschreiblich!
Es heisst Fil a Gant und hat das lächelndes Gesicht eines Chinesen :-)

Thursday, June 30, 2016

Pragmatisches Abiballoutfit

Endlich ist es soweit, dass ich das Abiballoutfit zeigen kann.

Для русскоязычных: информация этого поста содержится у меня в теме на сезоне здесь

Es folgt ein unglaublich informativer Post. Daher: Wenn jemandem das zu viel ist, braucht er nur die ersten paar Bilder anzuschauen:-) Hier sind die wichtigsten Fotos :-)


 Devise dieses Outfits war Pragmatismus. Es sollte:
- Abgesehen vom Ball auch weiter im Alltag genutzt werden
-Das Kleid sollte nicht bodenlang sein und somit  ein weiteres  Aftershow-Party-Kleid erübrigen, damit man festlich genug, aber auch dennoch beweglich genug unterwegs ist
- Es sollte pflegeleicht sein, damit man es auch waschen kann, falls was drauf kommt. Man sollte  nicht den ganzen Abend nur darauf achten, dass das Kleid nicht knittert oder Flecken abbekommt
-E sollte schlichte sein, aber mit dem gewissem Etwas
-Die Schuhe: Den ganzen Tag & die ganze Nacht bequem

Prototyp des Kleides war dieses Modell
Ich habe mir sehr lange den Kopf zerbrochen, welches Jackett dazu passen könnte. Letztendlich fiel meine Wahl auf das Modell aus Mrs.Stylebook Summer 2013.
Dann am Kind skizziert. Auf den Rüschenkragen haben wir auf ihren Wunsch verzichtet,weil er zu überladen war.
Uns war klar, dass das Kleid korallfarben wird.
Zuerst dachten wir an diese Palette:
Als ich mich damit auseinandergesetzt habe, wie viel Koralle-Farbtöne es gibt....
kamen wir darauf, dass es bei einem klarem Frühling wie ihr diese Farbpalette sein sollte.
Schmuck: Gold. Tasche: Gold. Schuhe: Gold (die wurden dann kurz vor knapp umgeändert,weil das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und hohe Absätze bei den Pfützen vorteilhafter waren :-))

Also ergab sich diese Stoffwahl:
-hochwertiges Korallen-Polyestersatin mit mattem Glanz
-BW-Boucle, sehr locker und dünn
-Venezia-Futter fürs Kleid
-Viscose-Futter fürs Jackett
Trotz der Tatsache, dass ich Schnittabwandlung vom individuell angeferigten Basisschnitt gemacht habe, hat es nach der Anprobe starke Veränderungen gegeben (insbesonderen im Brustbereich, da musste ich noch deutlich mehr hinzufügen). Die rote Linie ist der originale Verlauf.
Weitere Fotos sind schon nach dem Abiball entstanden. Ich habe es irgendwie versäumt vor dem Tragen zu fotografieren.

 Ich habe sieben unterschiedliche Muster gestickt und mich für dieses entschieden.
Diese Spitze habe ich dann auf das fertige Kleid mit Monogarn per Hand angenäht.
Den Schmuck, der aus Swarowski, Miyuki und französischen halbtrasparenten Pailetten besteht, habe ich punktuell mit dem Kleid verbunden, den Rest oberflächlich auf die Spitze angebracht.
Warum mussten die Pailletten aus Frankreich sein?  Das sind Haute Couture Pailetten, die 3 mm groß sind. Diese Größe habe ich hier zu Lande einfach nicht gefunden.

Noch ein paar Details, bevor ich zur Technik des Jacketts übergehe.
Das Futter ging nur bis leicht unter die Taillenlinie. Der Untterrock ist aus dem selben Stoff gemacht wie das Kleid und ist je nach Lichtverhältnissen entweder heller oder dunkler als das Kleid.
Das Jackett wird mit einem Schmuck-Druckknopf geschlossen, ebenfalls gold, oben drüber befindet sich eine Attrappe.

 Rüschen-Taschenklappen sind auf Wunsch keine echten Taschen.
.Um die Klappen dünn zu halten, habe ich die Unterseite mit Futter versehen

Nun zur Technique der Fertigung.
 Alle Schnitteile einzeln auf dem Stoff aufgelegt komplett mit dem Reihgarn umfahren.
Zuschnitt erfolgte mit ca. 3 cm Nahtzugabe.
 Ausgeschnittene Teile auf Seidenorganza mittlerer Stärke aufgelegt und ausgeschnitten.
Alle Teile (bei Schößchen ergaben sich somit 16 Einzelteile) vollflächig pikiert.
Alle Ausschnittkanten mit Seidenorganza Webkanten versärkt (mit Hexenstich angebracht). Hier kann man auch sehen, dass man auf der rechten Seite keine sichtbaren Stiche hat.
 Nun zum Ärmel. Diesmal habe ich die japanische Methode ausprobiert. Bei diese Methode wird das Futter an beiden Nahtzugaben des Ärmels im mittleren Bereich fest verbunden. Bevor man es wendet, liegt das Futter mit beiden Lagen an nur einer Seite des Ärmels. Danach wird es gewendet, indem es übergestulpt wird.

So einen lockeren Boucle kann man gar nicht bekleben. Ohne die Nähte irgendwie zu stabilieren kann man das Jackett gar nciht zusammen nähen- es würde sofort auseiander fallen. Also verstärkte ich das Armloch mit doppelter Naht und einem Streifen Seidenorganza.
Im unterem Bereich wurden die Nahtzugaben stark zurückgeschnitten und zur Sicherheit noch mit Futterstreifen eingefasst. Die Ärmelkugel ist mit kleinem Streifen Volumenvlies ausgefüllt.
 Von Kontrollpunkt zu Kontrollpunkt Nahtzugaben an der Ärmelkugel auseinander gebügelt.
Noch ein paar Worte zum Ausschnitt.
Die Inspiration nahm ich aus den 50-er.