Friday, September 21, 2012

Zeit für ein Cape!

Diesen Post mache ich im Grunde nur, um manchen eventuell eine Möglichkeit zu geben, sich schnell und bequem ein Cape zu nähen. Das hier vorgestellte Cape habe ich 2 mal genäht, deswegen zeige ich Entstehungsfotos von beiden. Das Ergebnis gibts leider nur ein mal, weil die 2. Version im Auftrag war.

Для русскоязычных: информация этого постинга и выкройка содержится у меня в теме на сезоне.

Ich finde jetzt, wo es kühler wird ist es die richtige Zeit für so ein Cape.
Vorher möchte ich aber  meine Modellwahl erklären. Dieses Cape habe ich nach japanischer Vorlage aus dem Magazin Mrs.Stylebook 2010 konstruiert.


Der Vorteil von so einem Cape ist, dass man:
1)  völlig frei in Bewegung ist
2)  auf jeden Fall die Handtasche auf jegliche Art und Weise tragen kann, was bei den anderen Capes nicht immer möglich ist
3)  mit dieser Art Cape kann man Autofahren, weil man sich auch drehen kann

Wenn man aber ein Cape mit Armschlitzen macht, sind o.g. Punkte nicht möglich oder eingeschränkt.




Der Schnitt zum Download befindet sich hier .
Vor dem Zuschnitt empfehle ich aber die Schulter + gewünschte Armlänge zu messen!!
Ebenso empfehle ich die untere Saumlinie nach eigene Figur korrigieren, bevor man Saumbelege zuschneidet!!!

Die einzige Änderung die ich gemacht habe- ich habe den Zipfel der Kapuze abgerundet-so fand ich es schöner.

Stoffverbrauch ca. 2,5m. Ich habe beide Male aus Cashmir genäht, würde aber nicht empfehlen, da Cashmir sehr schwierig in Verarbeitung ist und man kann  bei einem leichten Fehler den Stoff ruinieren. Ich halte den Cashmir für eine Mimose unter Stoffen.

Hier ist eine  kleine Einführung in das Entstehungsprozess.

1.Taschen auf den Vorderteilen machen.


2. Kapuze


3. Belege des Vorderteils  mit Fixieranlage verkleben. Rückenbeleg mit dem Vorderteilbeleg an den Schulternähten miteinenader verbinden. Saumbeleg ohne Fixieranlage.


















4. Seitennähte  zwischen Vorder- und Rückenteilen  ausführen


5. Halsausschnitt mit gredem Stich gegen Ausdehnung absteppen


6. Die Belege werden an das Cape angenäht.


Auf dem Foto ist der Beleg mit Fixiereinlage zu sehen. Beim 2ten Cape habe ich sie so lang gemacht, dass der letzte Knopf  noch  erfasst werden kann. Die Zugaben stufig schneiden und auseinander bügeln. Das ermöglicht eine super präzise Kante zu haben,wenn Beleg dann auf rechts gedreht wird.

Kapuze  wird einerseits mit Belegen verbunden und an der anderen Seite mit Teilen des Capes. Nahtzugaben eingeschnitten, auseinander gebügelt und die unteren miteinander zusammen genäht.
 




















Sollte ein Aufhänger an das Cape kommen - den auch beim Verbinden der Kapuze mit dem Rückebeleg nicht vergessen und dazwischen nähen.



















7.Damit die Taschenbeutel nicht unordentlich rumhängen,werden die mit  den Streifen Futterstoff im graden Lauf  an die Naht festgenäht.


8. Entweder kommt jetzt das Futter an die Belege dran oder man näht die Belege an die Innenseite.


Das Futter wird zuerst mit den Belegen drum herum verbunden. Der Saumbeleg wird  per Hand an das Cape unsichtbar angenäht. Zum Wenden eine Öffnung in der Seitennaht offen lassen.
Damit das Futter  richtig liegt, habe ich es alle 5-10cm mit Stecknadeln im Hängezustand befestigt.
Um das Ziehen zu vermeiden, habe ich die Seitenteile zur Mitte gelegt.



und als Letztes die Öffnung von Hand schließen.


 Die Knopflöcher habe ich damals machen lassen.








Mittlerweile habe ich eine Spezialvorrichtung dazu gekauft. Sie ermöglicht mir  auch dicke oder unebene Stoffschichten gleichmässig zu transportieren und Knopflöcher zu machen.






14 comments:

  1. Dein Cape gefällt mir sehr gut. Zu dem Rock stimmen auch die Proportionen, was manchmal gar nicht so einfach ist.

    LG
    Susanne

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    1. tja.zu dem Zeitpunkt als Fotos entstanden sind, habe ich so ziemlich abgenommen und der Rock ist mir auf dem Foto eigentlich zu gross. aber mittlerweile sitzt er richtig.
      eigentlich trage ich leider zu selten meine röcke, weil ich in deutschland wegen dem wind immer friere. zuhause habe ich sogar bei -18°C getragen.das war einfach ein anderes klima.
      also, man muss schon dieses cape mir hosen und enger jeans vorstellen. an dem tag war es warm. und am originalbild trug die japanerin auch rock.das hat mich dazu veranlast, ihn anzuziehen.

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  2. Ich finde Capes immer sehr interessant anzuschauen, aber für mich kann ich das noch nicht so wirklich vorstellen) Aber einen Mantel um so mehr, den würde ich schon gerne nähen, traue mich nur nicht so recht(

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    1. es war bei mir auch nicht anders. aber dann wollte ich unbedingt diese konstruktion ausprobieren.und erlich gesagt, es gefällt mir jetzt super. für deise zeit ist es perfekt. aber sobals es kälter wird, wird auch im cape kälter, weil die luft von unten strömt.
      es ist für mioch keine frage entweder oder, sondern sowohl als auch.ich habe auch jede menge walklodenjacken und mantel habe ich auch.
      du brauchst keine angst vor mantel nähen zu haben- so schwierig ist es auch nicht. und wenn du einen mit burda nähst, gibts da schritt für schritt beschriebeung. und wenn du nicht weiter kommst- kannst laut fragen- internet ist gross, es wird immer einem geholfen;-)

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  3. Anonymous21/9/12 19:33

    Danke julia! das ist aber nett von dir, dass du den Schnitt sur Verfuegung stellst, ich moechte schon alles naehen, was ich von dir sehe, komme aber nicht dazu. Ich lerne zur Zeit das Schnittzeichnen (autodidaktisch),um komplett zu sein, muss ich einfach die verschiedenen Grundschnitte nach Mass zeichnen koennen,ich weiss nicht, ob es dann was bringt oder nicht,mal sehen, ansonsten nehme ich weiterhin fertige Schnitte.
    Liebe Gruesse Luisa

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    1. Ich wünsche dir jedenfalls viel erfolg dabei! man kann es kombinieren.
      wenn ich ein sehr schönes modell sehe, verzichte ich nicht drauf, nur weil es ein fertiger schnitt ist.manchmal schneide ich drauf los,wenn ich zuversichtlich bin und manchmal messe ich konstrollstrecken aus und ab,so wie es in meinem schnitt ist.
      es gibt auch manche, die einfach ihre grundschnitte nehmen udn dann die modellierungslinien übertragen- da bin ich absolut nicht freund von. das sieht man an vintagen modellen besonders deutlich.silhouettelinien sind sehr empfindlich."erwischt" man die richtige linieführung nicht, "liest" man silhouette als völlig anderes modell.beim vintage nimmt man es gar nicht als vintage wahr.

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  4. Never seen a short cape with a beautiful proportion, like this one. Very nice!

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    1. Thank you so much! It is very important to me to hear this especially from you!

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  5. Anonymous22/9/12 12:48

    Liebe Julia, vielen Dank für den Schnitt und die Beschreibung. Ich hatte das Cape schon früher bei dir gesehen und finde es wunderschön und wie du sagst, auch sehr praktisch. Ich habe vorgestern(!) damit begonnen, aus der damaligen Skizze einen Schnitt zu konstruieren, werde jetzt aber natürlich zu dem angegebenen Schnitt überwechseln. Deine Beschreibung kam für mich wie gerufen.Nochmals vielen Dank, Annette

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    1. Oh ja! das ist prima! bitte scheu keine fragen.wenn du irgendwas wissen willst oder nciht weißt,wie es weiter gehen soll usw.und bitte meine hinweise begzl rundungen und länge beachten.
      ich wünsche dir viel erfolg!

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  6. Genau für so ein Cape habe ich auch ein japanisches Schnittmuster. Ich wollte es für diesen Herbst nähen und du hast mir gerade wieder richtig viel Lust gemacht. Deine Variante mit dem purpur glänzenden Futter ist sehr schick und die gut gearbeiteten Knopflöcher gefallen mir am allerbesten!
    Liebe Grüße,
    Nova

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  7. Ein tolles Cape. Es steht dir ganz ausgezeichnet. Irgendwo in meinem Schnittmusterfundus habe ich auch noch einen Schnitt für ein Cape. Deine Variante macht richtig Lust es endlich zu nähen.
    LG Manuela

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  8. Hallo ich habe gerade dein Cape entdeckt und die tolle Anleitung dazu...einfach toll.Suche schon ewig danach da meine Tochter sich wünscht dass ich eines für sie Nähe. Ich habe dazu eine Frage.Könnte ich den Schnitt verlängern?Liebe Grüsse Iris

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    1. Hallo Iris,
      ja, ich denke schon.

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